Portrait
Bernd Tuchen, geboren 1949.
Überzeugter Kölner, im nördlichsten Kölner Ortsteil Worringen lebend.
Mitarbeiter der Ford-Werke von Juni 1973 bis Dezember 2009.
Hobbies: Fotografieren, Musik hören, reisen und schreiben.
Meine ersten Schreibversuche stammen aus der Schulzeit: Schülerzeitung, Jugendarbeit, Pfarrbriefe, dann Artikel in der Lokalpresse, Herausgabe eines Werbeblatts und später – 1987 – das erste Buch. Nicht geschrieben, aber konzipiert und herausgegeben.
Ein schönes Buch über eine schöne Kirche. Es hatte den Titel "Kirche im Dorf" und wurde anlässlich des 150. Jahrestags der St. Pankratius-Kirche in Köln-Worringen veröffentlicht. Meine Arbeit sprach sich im Ort schnell herum und so habe ich in den folgenden Jahren zwei Heimatschriftsteller aus Worringen bei der Herausgabe ihrer Bücher beraten und unterstützt.
2002 war es dann soweit! Mein erstes eigenes Buch kam auf den Markt. Es war nach einem Ford Werbeslogan der 50er Jahre benannt und hieß "Sprich zuerst mit Ford" – also einer der vielen Vorgänger des heutigen Slogans "Feel the difference". In diesem Buch habe ich die Automobilwerbung von Ford in der Zeit von 1949 bis 1973 beschrieben. Ich war mächtig stolz, als ich das erste Exemplar in Händen hielt.
In den darauf folgenden Jahren habe ich weitere Bücher über die Automobilwerbung veröffentlicht: erst über Opel, dann über BMW. Aber mein Herz hängt an Ford, und so habe ich auf Bitten des Verlags sehr gerne ein Typenhandbuch mit allen Ford Fahrzeugen verfasst, die zwischen 1925 und 1975 in Deutschland gebaut worden sind.
Mein Ford Buch aus dem Frühjahr 2006 hat die Formel 1 Geschichte des Unternehmens zum Thema. Die Bilanz von Ford und dem Cosworth DFV Motor ist beeindruckend: 176 Siege, 10 Weltmeistertitel und 13 WM-Titel. Klangvolle Namen, denen der Ford Motor Ruhm und Ehre brachte: Jim Clark, Jackie Stewart, Mario Andretti, Emerson Fittipaldi, Jody Scheckter, James Hunt, Keke Rosberg, Michael Schumacher und etliche andere mehr. Jahre lang war der Ford Cosworth DFV der erfolgreichste Motor im Rennsport.
Im April 2007 ist mein Buch über den Ford Taunus 17 P3 - die berühmte "Badewanne" - erschienen. Der P3 war wegen seiner ungewöhnlichen rundlichen Form eine Revolution, weil er mit den damals allgemein üblichen Ponton-Karossen nichts mehr gemeinsam hatte. Mit diesem Modell hat Ford die "Linie der Vernunft" geschaffen. Das war dann auch gleichzeitig der Werbeslogan dieser Zeit.
Sowohl das Formel 1 Buch als auch das Taunus Buch sind im Dr. Faustus Verlag, Büchenbach erscheinen.
Das nächste Buch war dem Ford Capri gewidmet, der 2009 vierzig Jahre alt wurde. Im Januar 1969 wurden die "Mini-Mustangs" aus Köln erstmalig in Deutschland verkauft; einen Monat später in England. Das Buch umfasst alle drei Capri Versionen, und natürlich ist ein großer Teil den Rennsportaktivitäten gewidmet. Ford Capri und Rennsport: das gehört einfach zusammen. Es sind seltene Bilder aus aller Welt zu sehen, auf die man sich wirklich freuen kann. Ich hatte ein interessantes Gespräch mit Hans Heyer, dem Capri-Champion mit dem Tirolerhut.
Ein anderer Champion, Dieter Glemser, hat das Vorwort geschrieben. Den Rennern dieser beiden Meister ist ebenso ein Kapitel gewidmet wie dem Mako Capri und seinem südafrikanischen Pendant, dem Capri Perana mit dem Mustang Boss Motor. Das Capri Buch ist im GeraMond Verlag München erschienen.
Von dort wird auch mein neuestes Buch stammen. Es erscheint Mitte 2010 und ist den Ford Modellen Consul und Granada gewidmet. Das sind die letzten Straßenkreuzer aus Köln, wie es eine Autozeitschrift einmal formuliert hat. Im März 1972 wurden die beiden auf dem Automobilsalon in Genf erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Consul wurde nur drei Jahre lang produziert, der Granada 13 Jahre – in verschiedenen Karosserieformen. Beide Fahrzeugtypen sind heute begehrte Stücke in der Youngtimer-Szene.
Ein Projekt zwischen dem Capri- und dem Granada-Buch hatte mit Autos überhaupt nichts zu tun und ging in eine vollkommen andere Richtung. Es war ein Buch über die erste deutsche Wimbledon-Siegerin: Cilly Aussem aus Köln. Sie hat dieses Turnier am 3. Juli 1931 in einem rein deutschen Finale gegen Hilde Krahwinkel aus Essen gewonnen. Cilly Aussem ist eine der erfolgreichsten deutschen Tennisspielerinnen. Sie war dreimal deutsche Meisterin im Einzel und zweimal im Doppel. In ihrem erfolgreichsten Jahr, 1931, hat sie die Internationalen Meisterschaften von Frankreich, England, Deutschland, Österreich, Ungarn und Argentinien gewonnen. Sie war die Nummer 1 in Europa und auf dem zweiten Platz in der Weltrangliste. Wegen schwerer Krankheiten musste sie sich 1934 vom aktiven Tennissport zurückziehen. In ihrer Heimatstadt Köln ist sie fast vergessen. Mit der Herausgabe ihrer Biografie wollte ich das ändern. Sie ist im Herbst 2008 rechtzeitig zum Cillys 100. Geburtstag (4. Januar 2009) im Shaker-Verlag, Herzogenrath, erscheinen.
Im Jahr 2005 habe ich eine Dokumentation verfasst, die sich mit der Geschichte meines Wohnortes Worringen befasst – zum 60. Jahrestag des Einmarsches von US-Truppen, die im März 1945 in Worringen bis zum Rhein vorgestoßen waren, um sich dort auf die Einnahme von Köln vorzubereiten, die ihnen zwei Tage später ohne nennenswerte Gegenwehr gelang.
Im November 2009 ist eine Dokumentation erschienen, die sich mit dem ausgeprägten Vereinsleben in Worringen beschäftigt. Sie enthält Wissenswertes, Bilder und Dokumente von über 20 heute nicht mehr existierenden Vereinen, die zwischen 1843 und 1969 gegründet worden sind. Höchst interessant ist dabei eine Tatsache, die bislang in Worringen vollkommen unbekannt war: die Existenz eines Dombau-Vereins, der Gelder für die Vollendung der großen gotischen Kathedrale in Köln sammelte.
Ich finde es wichtig, dass man sich mit der Geschichte des Ortes befasst, in dem man wohnt.
Wenn man Dinge nicht aufschreibt, werden sie schnell vergessen. Die Worringer sind in dieser Beziehung sehr aufgeschlossen. Sie schwelgen gerne in Erinnerungen und sind sehr an der Geschichte ihres Ortes und seiner Menschen interessiert. Alles, was sich damit zu tun hat, nehmen sie begeistert auf.

